Año Santo – das Heilige Jahr in Spanien

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Año Santo – das Heilige Jahr in Spanien
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Der Jakobsweg ist für Gläubige von großer Bedeutung. Im Año Santo, wird die Wanderung auf dem Jakobsweg noch attraktiver, denn in dieser Zeit erhalten Gläubige unter einigen Voraussetzungen einen vollständigen Sündenerlass. Bis zum 20. November 2016 findet das von Papst Franziskus ausgerufene „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ statt.

Das Heilige Jahr: Ursprung der Bibel

Die Juden feierten alle sieben Jahre ein Sabbatjahr. Es galt als Ruhejahr für die Erde, in der kein Feld bebaut werden sollte. Nach sieben Sabbatjahren, was 49 Kalenderjahren entspricht, wurde ein Jubeljahr gefeiert. In diesem Jahr wurde alles Grundeigentum an den ursprünglichen Besitzer zurückgegeben. Leibeigene und Sklaven wurden in diesem Jahr, dass nur alle 50 Jahre gefeiert wurde, freigelassen. Dieses Jubeljahr ist die Grundlage für das Heilige Jahr in Santiago de Compostela. Hier geht es allerdings weniger um die Befreiung von wirtschaftlichen Schulden. Im Vordergrund steht die Vergebung der Sündenstrafen.

Unterschiede zw. dem Año Santo und dem Heiligen Jahr in Rom

Auch in Rom wird das Heilige Jahr gefeiert. Dieses Ablassjahr sollte ursprünglich alle 100 Jahre stattfinden. Die Nachfrage war groß und so verkürzte Clemens VI den Zeitraum zunächst auf 50 Jahre. Heute findet das Jubeljahr alle 25 Jahre statt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, zu besonderen Anlässen ein Heiliges Jahr auszusprechen. Das ist 2016 der Fall. Es wurde durch Papst Franziskus als Heiliges Jahr ausgerufen, da der zweite Vatikanische Konzil sein 50jähriges Bestehen feiert. in Santiago de Compostela wurde im 15. Jahrhundert ein eigenständiges, sogenanntes Gnadenjahr eingeführt. In diesem Jahr wird ein vollständiger Sündenablass gewährt. Das gilt sowohl für vergangene, als auch für zukünftige Sünden.

Año Santo: Die feierliche Zeremonie

Wenn der Festtag des Heiligen Jakobus, also der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt, dann wird in Santiago de Compostela das Año Santo gefeiert. Wegen der Schaltjahre variiert der Abstand der Heiligen Jahre nach dem Muster 6 – 5 – 6 – 11. Nach den Jahren 1993, 1999, 2004 und 2010 wird es erst 2021 wieder ein Heiliges Jahr geben. Es beginnt am 31. Dezember, wenn der Erzbischof von Santiago die Pforten der Kathedrale in Santiago de Compostela am Jakobsweg öffnet. Dazu klopft der Bischof an die Mauer, welche die Puerta Santa (Heilige Pforte) verdeckt. Anschließend wird die Mauer eingerissen. Der Erzbischof durchschreitet mit seinem Bischofsstab zuerst die Pforte. Im Anschluss findet eine feierliche Eröffnungsmesse statt. Die Brocken der Mauer werden unter den Anwesenden als Souveniers begehrt. Am 31. Dezember des Heiligen Jahres werden sie wieder geschlossen. Damit wird das Ende dieser Zeit symbolisiert. Der Erzbischof geht als Letzter durch die Tür. Die Heilige Pforte wird dann wieder zugemauert.

Das Heilige Jahr und seine Bedeutung

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Römisch-katholische Christen und Katholiken messen dem Año Santo eine besondere Bedeutung zu. In dieser Zeit können sie einen kompletten Sündenablass erhalten. Dabei spielt es keine Rolle, auf welche Art und Weise die Pilger zur Kathedrale in Santiago gelangen. Ob die Gläubigen auf dem Jakobsweg wandern oder radfahren, oder ob sie mit dem Bus anreisen, ist dabei unwichtig. Dabei können nur Getaufte den Ablass erhalten. Neben einem Besuch in der Kathedrale gehört auch ein Gebet für den Papst und seine Anliegen mit dazu. Die Beichte und der Erhalt des Bußsakraments sind weitere Voraussetzungen, um den Sündenerlass zu erhalten. Außerdem müssen die Gläubigen die heilige Kommunion, vorzugsweise direkt in der Kathedrale erhalten.

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