Camino del Norte, der Küstenweg – Gastbeitrag

Camino del costa der küstenweg
Camino del Norte, der Küstenweg – Gastbeitrag
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Ein Idyll wie aus Heinrich Bölls bekannter Kurzgeschichte „Anekdote
zur Senkung der Arbeitsmoral“: Ein verschlafenes Hafenstädtchen an der Küste
Spaniens, keine Geräusche außer dem Meer und den Möwen. Ein Ort, wo man noch
die Ruhe, den Mut & die Klugheit besitzt, das Leben zu genießen, ohne viel dafür
tun zu müssen. Ein Fischer, der in der Mittagssonne in seinem Boot döst, weil
er dies längst verstanden, ja nie vergessen hat. Und ein deutscher Tourist, der,
angetrieben von seinem Ehrgeiz und Erfolgsdenken, verzweifelt versucht, dem
Fischer einen Businessplan zum Glück aufzutischen – nur um am Ende dahin zu gelangen,
wo der Fischer bereits ist.

Wenn Sie diese Geschichte kennen, müssen Sie vielleicht
schmunzeln. Und gewiss haben Sie sich beim Lesen damals zumindest für einen
Moment gewünscht, der Fischer zu sein, an einem solchen Ort des Friedens zu
sein.

Und wissen Sie was? Der Küstenweg (auch Camino del Norte
bzw. Camino de la Costa genannt) bietet tatsächlich solche paradiesischen Orte
und Momente, wie ich auf meiner eigenen Pilgerreise im März 2014 staunend
feststellen durfte. Und das Beste und Überraschendste ist, dass dieser alte
Jakobsweg noch zu den Geheimtipps unter den Pilgerwegen zählt.

Weiß Gott warum. Wobei, ein Grund dafür fällt mir dann doch
ein, nämlich, dass er anspruchsvoll ist. Besonders das erste Stück, aber auch
danach geht es immer wieder hoch und runter. Mit seinen zahlreichen Höhenmetern
zählt der Küstenweg zu den körperlich herausforderndsten Jakobswegen. Zudem
verfügt er nicht über ein so dichtes Herbergsnetz wie der Camino Francés, wobei
man sich ehrlich fragen muss, ob dies inzwischen wirklich noch ein Vorteil ist.
Denn die immens fortschrittliche Infrastruktur auf dem berühmten „Hauptjakobsweg“
führt auch dazu, dass er immer überlaufener wird.

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der jakobsweg küstenweg

Ein anderer Grund, warum dieser noch so wenig begangen ist, ist vielleicht simpel: Glück! Denn trotz immer
wieder auch längeren „Carretera“ (spanisch für Asphaltstraße)-Passagen ist der
Küstenweg ein ganz besonderer Weg und definitiv eine Reise wert. Allerdings
bitte nur für die, die ihn auch zu schätzen wissen! Denn solch ein Juwel will
beschützt sein und bleiben. Denn wo sonst kann man noch ungestört über zig
Kilometer auf weiten Schafwiesen entlanglaufen und das Meer dabei immer wieder
zu seiner Rechten haben, durch verschlafene kleine Dörfer ziehen und dabei die
oft armen, aber dennoch entspannten und herzlichen Spanier bei einem „Café con
leche“ kennenlernen.

Wer Ruhe und Zeit für Innenkehr sucht, ist auf dem Küstenweg
gut aufgehoben. In diesem Sinne: „Buen Camino“, wie man dort sagt: Einen guten
Weg. Weitere Informationen & Impressionen teile ich auf der Seite
www.jakobsweg-kuestenweg.com

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