Camino Aragonés – Der aragonesische Jakobsweg


Die Pyrenäen bilden den Startpunkt für den aragonesischen Jakobsweg, der sich quer durch die Region Aragonien schlängelt. Bis zum Zeitpunkt, wo er sich in Puente La Reina mit dem französischen Jakobsweg vereint, ist vor allen Dingen die Natur vorherrschend. In Aragonien gibt es Flecken unberührter Natur, durch die scheinbar noch kein Mensch gewandert ist. Doch auch historische Bauten, meist sakralen Charakters, liegen am Camino Aragonés, der in den ersten Etappen durch die Berge Spaniens bis in die fruchtbaren Ebenen führt. Der Camino Aragones wird vor allem wegen seiner Einsamkeit, der wunderschönen Aussicht und der historischen Stätten geschätzt.

Der aragonesische Jakobsweg ist je nach Route etwa 170km lang. Der schwierigkeitsgrad ist leicht bis mittel und stark davon abhängig welche Pilgerroute ihr wählt. Die meißten Pilger wandern den Weg in 6 – 8 Etappen, je nach können oder Lust.

Details:
Länge: 170km
Etappen: 6-8
Start: Somportpass
Ende: Puente la Reina
Höhe: 1630m (Somport)

Bereits die alten Römer zogen über den 1630m hoch gelegenen Somportpass, den Sie Summus Portus nannten. Im Mittelalter wurde der Pass von Pilgern aus den heutigen Deutschland, Italien, Schweiz und Frankreich gerne genutzt. Die guten Hospitäler u.a. Santa Christina auf dem Weg waren ein zeichen Christlicher nächstenliebe und waren seinerzeit sehr beliebt.

In Somport nimmt der Camino Aragones seinen Anfang

Atemberaubende Landschaften gibt es in Arragonien zu bestaunen.

© Michael Pfeiffer, CC, Wikimedia Commons

Ganz hoch in den Pyrenäen liegt der Startpunkt des Camino Aragones, des Jakobswegs, der durch die Porvinz Aragonien führt. In Puenta La Reina, einem beschaulichen, mittelalterlichen Dorf vereinigt er sich schließlich mit einem der französischen Jakobswege und mündet in den bekannten Camino Francés. Die Idylle, die den Wanderer auf diesem Weg erwarten, ist fast schon zu perfekt, um wahr zu sein. In diesem Teil von Spanien sind Land und Leute noch so, wie sie vor Urzeiten waren. Die Landschaft ist nicht etwa langweilig, sondern beeindruckt mit Abwechslung. Überall kann man schöne Orte und Pflanzen entdecken, für die man sonst kein Auge gehabt hätte.

Historische Stätten auf dem aragonesischen Jakobsweg

Jaca ist bekannt für die verlassenen Geisterstädte und alten Bauwerke. Hier eine alte Festung.

Einige Dörfer entlang des Weges sind verlassen und zu wahren Geisterstädten geworden, was aber auch ein klein bisschen den Reiz des Camino Aragones ausmacht. Legenden und Mythen ranken sich um einige der kleinen Dörfer und so manche Kirche mag durch ihr Inneres zu beeindrucken. Ein bedeutendes Ziel entlang des Camino Aragones ist der Ort Jaca, der in der Provinz Huesca liegt.  Der Ort liegt in den Pyrenäen und bietet ein anschauliches Beispiel, welche Einflüsse die moderne Entwicklung auf ein Dorf haben. Jaca liegt in einer Senke, umgeben von vielen Tälern, die sich alle entlang des Flusses Aragon befinden. Besonders sehenswert ist die Kathedrale von Jaca, die früher als Vorbild für viele kirchliche Bauwerke diente.

Der Camino Aragones durchquert die Höhenzüge der Pyrenäen

Die Pyrenäen sind das wohl beeindruckenste was man in Aragones begutachten kann.

© Miguel303xm, CC-BY-SA, Wikimedia Commons

Der pyrenäische Höhenpass Somport bildet den Anfang der beschwerlichen Tour durch die Pyrenäen, eine Tour, die aber später durch den sagenhaften Ausblick auf die spanische Landschaft belohnt wird. Hier oben in den Bergen begegnet man so gut wie niemandem und kann sich nur auf sich selber konzentrieren. Wenn der Camino Aragones in Puenta La Reina an sein Ende kommt, so sieht man bereits von Weitem die wunderschöne Römerbrücke, die über den Fluss Argas führt. Viele Pilger sind schon durch die mittelalterlichen Gassen gewandert und haben ein Flair erlebt, das an alte, längst verloren gegangene Zeiten erinnert, denn in Puenta La Reina erscheint die Zeit fast wie angehalten.

Die Etappen des Camino Aragonés / Der aragonesische Weg

Tag
Etappe
Entfernung
Bemerkung
1
Somport nach Jaca
32 km – 8 Std.

Der aragonesische Weg startet in Somport an der spanisch-französischen Grenze. Die erste Etappe ist recht lang und aufgrund der 900m Höhenunterschied (bergab) recht anstregend, daher gillt für alle die Müde von der Anfahrt sind, eine der vielen Herbergen zu nutzen. Der Weg führt am Rio Aragon vorbei, teilweise sehen wir hier noch mittelalterlich aussehende Brücken. Die Pyrenäen Landschaft bietet Laubmischwälder und leider auch eine Menge Strommasten und eine störende Nationalstraße.

Auf der Nationalstraße muss nicht gelaufen werden, da kleine Pfade parallel der Straße hinab ins Tal nach Jaca führen. Nur sehr erfahrende Moutenbiker sollten die Pfade nutzen, da Material und Mensch hier stark belastet wird. Am besten bleibt man mit dem Rad bis Villanúa auf der N-330.

2
Jaca nach Arrés
25 km – 6 Std.

Bevor wir in Arrés aufbrechen sollte man die Vorräte noch mal aufstocken, da es bis zur nächsten größeren Stadt schwer wird einen Supermarkt oder Bank zu finden. Der Weg nach Arrés ist sehr gut markiert, folgt jedoch leider Großteils der N-240.

Höhenunterschiede bewegen sind auf der standart Route zwischen 190m Aufstieg und 300m Abstieg. Sollte jedoch die Variante über San Juan de la Pena gewählt werden sind deutlich mehr Höherunterschiede zu bewältigen, dafür aber auch mehr Natur und weniger Straße. Die Etappe bietet über den Canal de Berdún einen tollen Ausblick auf die Pyrinäen, Fotoapparat also griffbereit halten.

3
Arrés nach Ruesta
29 km – 6,5 Std.

Nach dem wir das kleine 36 Einwohner Dorf verlassen, haben wir etwa. 350m im Aufstieg und 420m im Abstieg vor uns. Die Route is recht ansprechend und bietet neben den Getreidefeldern im Aragon-Tal auch einen Stausee.

Die ursprüngliche Jakobsweg Route ist leider aufgrund des Stausees, welcher in den 20er-Jahren gebaut wurde zerstört. Daher wandern die heutigen Jakobsweg Pilger eine leicht abgewandelte Route.

4
Ruesta nach Sangüesa
22 km – 6 Std.

Wenn ihr den Weg in der Stierkampf Zeit (September) lauft, denkt bitte daran rechtzeitig Herbergen zu buchen, unter Umständen sind diese schnell belegt. Der Weg ist mittelschwer, bei 400m im Aufstieg und 570m im Abstieg. Bietet jedoch eine schöne Schotterstraße zum laufen und einen sehr guten Ausblick. Denkt daran den Wasser Proviant rechtzeitig aufzufüllen. Die Jakobsweg Markierungen sind ab Navarra erneuert worden und sollten einfach zu erkennen sein.

Wenn ihr in Sangüesa angekommen seid, denkt an die dortigen Kulinarischen Spezialitäten: Pochas de Sangüesa (Bohneneintopf) bzw. Cordero al chilindrón (Lamm mit Paprika)!

5
Sangüesa nach Monreal
28 km – 7 Std.
Kulturelle Besonderheiten gibt es auf der Strecke nach Monreal nicht, dafür werden Vogelliebhaber aber auf Ihre Kosten kommen. Neben den Sing- und Greifvögeln kann man hier Gänsegeier oder Bartgeier beobachten. Weite Teile der Strecke führen über Schotter und Waldwege. Sobald wir uns Pamplona nähern, wird das Straßennetz auch immer dichter.
6
Monreal nach Puente la Reina
32 km – 8 1/2Std.
Herbergen zwischen Monreal und Tiebas, welches etwa 3,5 Stunden entfernt liegt findet man keine, daher bitte die Route dementsprechend planen. Ab Tiebas ist es mit Ruhe auch erst mal vorbei, ab hier beginnt wieder die Zivilisation. In diesem Gebiet fällt einem das mildere Klima und die Wein- und Olivenfelder auf. Als Hightlight vor Puente la Reina ist die Kirche Santa María de Eunate zu erwähnen. Die Kirche gehört zu den schönsten und merkwürdigsten Beispielen romanischer Baukunst.