Finisterre auf dem nördlichen Jakobsweg


Das Ende der Welt bildet das Kap Finisterre, hier befindet sich das inoffizielle Ende des Jakobswegs.

Die Klippen des Kap Finisterre bilden das wortwörtliche Ende der iberischen Insel. Viele Sagen und Legenden ranken sich um diesen magischen Ort und es soll manchen Besucher gegeben haben, der Unglaubliches von den Klippen entdeckte. Was davon auch immer wahr sein mag, Fakt ist, dass Finisterre zu einer der atemberaubenden Küsten von Spanien gehört, an dem sich auch viele Pilger über das Jahr hin einfinden. Das Kap Finisterre bildet den inoffiziellen Schlusspunkt des Jakobsweges, denn weiter geht es nicht mehr.

Das Ende der Welt wartet in Finisterre


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Nichts hört sich endlicher an als das Ende der Welt und doch bedeutet die Übersetzung des spanischen Dorfes Finisterre nichts anderes. Hier kommen alle Wege an ihr Ende, denn zu Fuß kommt man nicht mehr weiter. Selbst eine grausige Geschichte rankt sich um das Kap Finisterre, denn hier soll im 14. Jahrhundert ein Schiffsmeister aus Danzig, der den Jakobsweg pilgern wollte, von Piraten überfallen und fast getötet worden. Eine Geschichte, die eine gewisse Endlichkeit von Finisterre zusätzlich unterstreicht. Landschaftlich hat das Kap Finisterre einiges zu bieten, denn vor allen Dingen die schroffe Felslandschaft ist sehenswert. Oben auf den steilen Klippen herrscht immer ein rauer Wind, der selbst im Sommer noch für ein leichtes Frösteln sorgt.

Der letzte Wegweiser des Jakobswegs findet sich in Finisterre

Der letzte Meilenstein am Kap Finisterre zeigt an das die Reise vorbei ist.

© Graham Stanley from Barcelona, CC-BY-SA, Wikimedia Commons

Rund 80 Kilometer ist Finisterre von Santiago de Compostela entfernt, dem Ziel des Jakobswegs und dennoch findet sich in Finisterre ein letzter Wegweiser, versehen mit der charakteristischen Jakobsmuschel. Einziger Unterschied ist die Kilometerangabe, denn anstatt genauer Zahlen, ist nur einen Null zu finden. Über die Jahre hinweg wurde es zum Brauch, nach dem Besuch der Kathedrale von Santiago de Compostela noch die letzte Reise zum Ende der Welt zu machen. Die Tradition der Pilger verlangt es, die selbst von einigen Pilgern heute noch ausgeführt wird, am Leuchtturm ein Teil seiner Sachen zu verbrennen, um den neuen Abschnitt im Leben zu markieren. Danach soll ein Neuanfang möglich sein und das alte Leben ist sozusagen ausgelöscht oder ausgebrannt.

In früheren Zeiten holten sich die Pilger ihre Muschel in Finisterre

Die Jakobsmuschel galt als Symbol und Beweis dafür, dass man den Jakobsweg gelaufen war.

Die Jakobsmuschel gehört schon seit Urzeiten zur Tradition des Jakobswegs und ist Erkennungszeichen aller Pilger. Kann man sie heutzutage ganz einfach in Santiago de Compostela, oder anderen Stationen auf dem Jakobsweg kaufen, so mussten die Pilger früher die beschwerliche Reise nach Finisterre auf sich nehmen. Erst dort konnten sie sich eine der Jakobsmuscheln aus dem Meer holen, als Beweis, dass sie den langen Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela gemeistert haben. Finisterre wurde somit zum eigentlichen Ziel des Pilgerweges und heute noch ist der Leuchtturm auf den Klippen das Ziel vieler Pilger.